Sonnenbrillen

Nur hochwertige Sonnenbrillen schützen das Auge ausreichend

Sonnenbrille schützt gegen UV-StrahlungUnsere Augen sind während der gesamten Wachperiode einer Lichtexpositur ausgesetzt. Neben dem sichtbaren Spektrum sind die Augen auch der Ultraviolettstrahlung und der Infrarotstrahlung ausgesetzt. Die durchschnittlich gestiegene Lebenserwartung und das geänderte Freizeitverhalten führen zu einer insgesamt vermehrten Energieabsorption durch das Auge. Wohlstandserscheinungen wie alpiner Bergsport, oftmaliges Sonnenbaden, Solariumbesuche, Ausübung von Wassersportarten und die verminderte Ozonschicht ergeben in Summe ein erhöhtes Gefahrenpotential.

Gefährdung durch Teile der optischen Strahlung

Die optische Strahlung verfügt über einen relativ großen Wellenlängen-Bereich. Sie reicht von Wellenlängen um 100 Nanometer (10-9 Meter, also 100 Milliardstel Meter) bis zu Wellenlängen von einem Millimeter. Es wird zwischen sichtbarer und unsichtbarer, optischer Strahlung unterschieden. Die nachfolgenden Wellenlängenbereiche sind gesondert zu diskutieren.

Lichtspektrum

  • UVC: 100 nm – 280 nm
  • UVB: 280 nm – 315 nm
  • UVA: 315 nm – 400 nm
  • Sichtbares Licht: 400 nm (blau) – 780 nm (rot)
  • IR-A: 780 nm – 1.400 nm
  • IR-B: 1.400 nm – 3.000 nm
  • IR-C: 3.000 nm – 1 mm

Der Infrarot-Bereich ist langwelliger, der Ultraviolett-Bereich kurzwelliger als das sichtbare Licht. Ein Nanometer (nm) ist der millionste Teil eines Millimeters, bzw. der milliardstel Teil eines Meters! Der Ultraviolett-Bereich wird nochmals in drei Unterbereiche (UVA, UVB, UVC) unterteilt. Je kurzwelliger die Ultraviolett-Strahlung ist, desto mehr Energiegehalt weist sie auf – um so gefährlicher ist sie für Haut und Augen. UVA-Strahlung führt zur Hautbräunung, zuviel UVA- und UVB-Strahlung kann zu Haut- und Augenschäden führen. Durch die Ozonschicht in 20-50 Kilometer oberhalb der Erdoberfläche werden UV-Strahlen bis etwa 300nm Wellenlänge absorbiert. UVC-Strahlung wird somit fast komplett, UVB-Strahlung zum Großteil absorbiert. Auch die UVA-Strahlung erfährt eine Minderung durch die „Filterwirkung“ der lebensnotwendigen Ozonschicht.

UV Strahlung und Ozonschicht

Durch die Ozonschicht in 20-50 Kilometer oberhalb der Erdoberfläche werden UV-Strahlen bis etwa 300 nm Wellenlänge absorbiert. UVC-Strahlung wird somit komplett, UVB-Strahlung zum Teil absorbiert. Durch chemische Reaktionen (u.a. durch das Treibgas FCKW entstanden), wird die Ozonhülle jedoch permanent minimiert – bereits auch über Mitteleuropa. Die dadurch zunehmende UV-Strahlung wirkt sich für Haut und Augen, negativ aus. Durch chemische Reaktionen (u.a.durch FCKW entstanden), wird die Ozonhülle jedoch permanent minimiert – bereits auch über Mitteleuropa. Die dadurch zunehmende UV-Strahlung wirkt sich, unter anderem für Haut und Augen, negativ aus. Im Augenbereich sind besonders die Hornhaut, Bindehaut und die Augenlinse betroffen.

Der Anteil der Infrarot-Strahlung im Sonnenlicht ist wesentlich weniger gefährlich im Vergleich zur Ultraviolett-Strahlung. Bei starker Aussetzung kann jedoch auch diese eine potentielle Gefahr für das Auge darstellen. Dies kann, wegen einer zu starken Erwärmung des Gewebes, zu einem Cataract (Grauer Star, Feuerstar, bzw. Glasbläserstar) führen. Vor allem Glasbläser und Stahlschmelzer benötigen unbedingt einen besonderen Schutz mit Infrarot-Strahlen filternden Spezialgläsern. Sowohl das sichtbare Licht, als auch Infrarot und Ultraviolettstrahlung sind für Lebewesen in gewissen Dosen lebenswichtig. So ist zum Beispiel UV-Strahlung für die Bildung von Vitamin D3 notwendig. Allerdings reicht dafür ein geringes Sonnenlicht im Ausmaß von unter einer Stunde pro Tag.

Wenn die Dosis der optischen Strahlung einen gewissen Wert übersteigt, kommt es zu Schädigungen oder gar zum Zelltod beim menschlichen Organismus. Im Bereich des sichtbaren Lichtes und der infraroten Strahlung werden wir Menschen noch durch Empfindungen wie Blendung oder Hitze gewarnt. So führt die „unsichtbare Energie“ der ultravioletten Strahlung bereits bei kurzer Exposition zu Hautirritationen. Am Auge sind Schäden durch Ultraviolettstrahlung in der Regel erst nach einigen Stunden, Schäden durch kurzwellige sichtbare Strahlung gar erst nach Jahrzehnten bemerkbar. Im Gegensatz zum Lerneffekt nach einem Sonnenbrand der Haut, ist das Auge oft Jahrzehnte hindurch einer zu hohen Lichtdosis ausgesetzt, weil weder Schmerzen noch Sehdefekte frühzeitig als Warnung auftreten.

Verstärkung der Strahlung in den Bergen und am Wasser

Sonnenbrille am Strand und am MeerDurch Reflexion wird die Intensität der sichtbaren Strahlung weiter verstärkt. So reflektiert Schnee je nach Verschmutzungsgrad zwischen 50%-95%, hellfarbiger Sand immer noch etwa 15% und Wasser etwa 5% der UVB-Strahlung. Grasbewuchs absorbiert dagegen die UV-Strahlung nahezu gänzlich. Die hohe Reflexion von Schnee, Sand und Wasser erklärt die absolute Notwendigkeit eines hochwertigen Sonnenschutzes bei Aufenthalten an Gewässern, Stränden und bei Schneelage.

Die Volksmeinung, dass für Kinder eine Schirmmütze als Sonnenschutz ausreichend wäre, ist aufgrund der zuvor beschriebenen Reflexionen von unten nicht korrekt. Kinder benötigen wie Erwachsene eine Sonnenbrille mit ausreichendem UV- und Lichtschutz!

Die UV-Intensität ist auch von der Jahres- und Tageszeit, des Breitengrades und der Meeresspiegelhöhe abhängig! Pro 1000 Höhenmeter steigt die UV-Belastung um etwa 15%. In den Monaten Mai, Juni, Juli, wenn der Einfallswinkel der Sonne am größten ist, erreicht auch die UV-Strahlung ihre höchsten Werte.

Im Verlauf eines Tages ist die UV-Einstrahlung in der Zeit zwischen 11 Uhr und 15 Uhr am höchsten. Eine dichte Wolkenschicht kann bis zu 90 Prozent der UV-Strahlung filtern. Dünne Wolkenschichten können allerdings durch neuerliche Reflexion der Bodenreflexion wie ein Verstärker wirken.

Der Einfallswinkel der UV-Strahlung ist umso größer, die Strahlung damit umso intensiver, je geringer die geografische Breite ist. Dies bedeutet, dass in den südlichen Nachbarländern von Österreich die UV-Strahlung intensiver ist.

Mögliche Schäden durch UV-Strahlung am Auge

Welcher Teil des Auges gefährdet ist, hängt davon ab, welche Lichtwellenlänge auf das entsprechende Gewebe trifft. Lichtenergien werden auf dem Weg durch das Auge von den einzelnen Augenmedien aufgenommen. Auf der Netzhaut trifft der Rest jener Energie auf, der noch nicht von den davor liegenden Augenstrukturen gefiltert wurden. Die Filterung verursacht jedoch auch die Schäden am betreffenden Gewebe.

UV Schäden am Auge

Anteilige Absorption der UV-Strahlung (von 100%) beim Erwachsenen
Wellenlänge Hornhaut Kammerwasser Augenlinse Glaskörper
100 nm – 280 nm 100% 0% 0% 0%
300 nm 92% 6% 2% 0%
320 nm 45% 16% 36% 1%
340 nm 37% 14% 48% 1%
360 nm 34% 12% 52% 2%
  • Je kurzwelliger die UV-Strahlung, desto stärker die Schäden an der Hornhaut.
  • Die Filterwirkung des Kammerwassers löst keine bekannten, dauerhaften Schäden auf.
  • Je langwelliger die UV-Strahlung, desto stärker die Schäden in der Augenlinse.
  • Der Glaskörper absorbiert den Rest der UV-Strahlung, welcher nicht schon zuvor von den vorderen Augenmedien absorbiert wurde.
  • Die Netzhaut erreicht beim Erwachsenen nur eine geringere Dosis von UV-Strahlung.
  • Bei Kindern ist die Filterwirkung der Augenlinse wesentlich geringer – somit erreicht eine wesentlich höhere Dosis an UV-Strahlung die Netzthaut.
  • Neuere Erkenntnisse zeigen, dass nicht nur die UV-Strahlung, sondern auch das sichtbare blaue Licht zu Netzhautschäden führen kann.

Wann gilt 100% UV-Schutz?

In Europa gilt 100% UV-Schutz bereits bei einer Wellenlänge von 380 Nanometern als erfüllt, obwohl die Augenlinse in diesem Bereich noch sehr viel der UV-Strahlung aufnimmt. Die CIE (Commission International de l’Eclairage or International Commission on Illumination) hat die Grenze von UVA zum sichtbaren Licht bereits bei 400 Nanometer angesetzt. Von Augenoptiker oder Optometristen wird deshalb ein Schutz bis 400 Nanometer und darüber hinaus in manchen Fällen sogar ein Schutz gegen sichtbares, blaues Licht empfohlen. Ein Schutz vor blauem Licht ist derzeit noch in keiner Norm erfasst.

Häufig gestellte Fragen zu Sonnenbrillen

Warum ist es wichtig beim Kauf einer Sonnenbrille zum Augenoptiker zu gehen?
Beim Augenoptiker oder Optometristen wird man hinsichtlich Passform, Lichtschutz und Abbildungsqualität der Sonnenschutzbrille beraten. Unabhängig vom Preis ist zum Beispiel eine schlecht oder gar nicht angepasste Sonnenbrille als Schutz wertlos.

Worauf muss ich beim Kauf einer Sonnenbrille achten?
Beim Kauf einer Sonnenbrille sollten Konsumenten vor allem auf eine gute Beratung durch ein qualifiziertes Fachpersonal achten. Neben einem guten UV-Schutz muss die Sonnenbrille eine gute Passform passend zum Gesicht aufweisen. Weitere Kriterien sind:

  • eine korrekte Bügellänge und
  • verzerrungsfreie, geschliffene Gläser
  • aufgrund der Bruchgefahr von normalen Silikat-Gläsern nach Möglichkeit Kunststoffgläser
  • bei Kindern am besten spezielle Kunststoffgläser, die noch bruchfester sind

Warum ist eine schlechte Sonnenbrille schädlicher als keine?
Aufgrund der Abdunkelung durch die getönten Scheiben einer Sonnenbrille geht die Pupille des Trägers weiter auf als wenn er keine Sonnenbrille tragen würde. Hat die Sonnenbrille nun keinen ausreichenden UV- und Lichtschutz so dringen noch mehr Strahlen in das Auge als wenn man gar keine Sonnenbrille tragen würde.

Woran erkenne ich einen ausreichenden UV-Schutz?
Um einen ausreichenden UV-Schutz zu gewährleisten kauft man eine Sonnenbrille am besten bei einem Augenoptikermeister oder Optometristen. Diese Berufsgruppe ist hinsichtlich des UV-Schutzes logischerweise mehr als ein Textilverkäufer oder eine Drogeriekette sensibilisiert. Die CE-Kennzeichnung bestätigt, dass ein Medizinprodukt die Anforderungen der europäischen Medizinprodukte-Direktive erfüllt. Mit Garantie hat das aber nichts zu tun. In Europa gilt 100% UV-Schutz bereits bei einer Wellenlänge von 380 Nanometern als erfüllt, obwohl die Augenlinse in diesem Bereich noch sehr viel der UV-Strahlung aufnimmt. Von Augenoptiker oder Optometristen wird ein Schutz bis 400 Nanometer und darüber hinaus in manchen Fällen sogar ein Schutz gegen sichtbares, blaues Licht empfohlen. Ein Schutz vor blauem Licht ist in keiner Norm erfasst.

Was bedeutet UV-400?
Wenn eine Sonnenbrille mit UV400 Brillengläsern ausgestattet ist, bedeutet dies, dass keine UV Strahlen unterhalb 400nm durchgelassen werden sollten. Eine Ausssage über Qualitätskriterien wie Verzerrungsfreiheit, Abildungskontrast, Kratzbeständigkeit, Bruchsicherheit und Schutz gegen blaues Licht ist damit nicht gegeben.

Sagt die Farbe der Gläser etwas über den UV-Schutz aus?
Nein, es hängt ausschließlich von der Qualität der Brille ab. Augenoptiker und Optometristen verwenden sogar bei ganz hellen normalen Brillen zumeist einen 100%igen UV-Schutz.

Warum ist die Anpassung so wichtig und wie wird die Sonnenbrille angepasst?
Die beste Sonnenbrille hilft nichts, wenn sie nach vorne rutscht und so von oben oder seitlich Licht eindringt. Durch die weite Pupille hinter der Sonnenbrille dringt dann sogar noch mehr Strahlung in das Auge ein.

Warum geschliffene und keine gepressten Gläser?
Augenoptiker oder Optometristen bieten ausschließlich geschliffene Gläser an. Im Gegensatz zu billigen Sonnenbrillen mit gepressten Gläsern, verzerren die Sonnenbrillen in der Optikerqualität nicht und ermöglichen so auch ein entspanntes Sehen.

Warum ist vom Bestellen von Sonnenbrillen im Internet abzuraten?
Beim Kauf im Internet fehlt die professionelle Beratung und vor allem die Anpassung der Sonnenbrille. Dies kann nur ein Augenoptiker oder Optometrist mit entsprechender Ausrüstung. Auch hier gilt das Sprichwort – wer billig kauft, kauft oft teuer.

Wozu bringt ein Polarisationsfilter?
Sonnenbrillen mit eingebautem Polarisationsfilter ermöglichen in vielen Situationen ein blendungsfreies Sehen. Etwa am Meer oder bei nasser Straße.

Welchen Vorteil haben Sonnenbrillen mit einer Rückflächenentspiegelung?
Ist die Sonnenbrille an der Rückfläche entspiegelt, so werden Strahlungen, die von hinten oder seitlich kommen von der Entspiegelung zu einem Großteil geschluckt und erreichen nicht mehr das Auge. Dadurch hat man ein störungsfreies Sehen ohne Reflexe an der Innenseite der Gläser.

Ist die Stabilität der Fassung ein Argument?
Sonnenbrillen müssen nicht nur gegen Strahlung schützen und gut aussehen, sondern auch etwas aushalten. So gehen zum Beispiel billig gefertigte Spritzguss-Sonnenbrillen rascher zu Bruch, als jene Sonnenbrillen die zum Beispiel aus einem Acetatblock gefertigt wurde. Dies ist zum Beispiel beim Sport sehr wichtig. Mit einer Beratung beim Augenoptiker oder Optometristen ist man als Konsument auf der sicheren Seite.

Wozu Sonnenbrillen mit einem Blaulichtfilter?
Empirische Erkenntnisse aktueller Studien deuten darauf hin, dass energiereiches, kurzwelliges, sichtbares Licht das Risiko zu Augenerkrankungen erhöhen kann. Augenoptiker oder Optometristen beraten deshalb vermehrt hinsichtlich Filtern mit Blaublockern.


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