Vorsicht bei Fertigbrillen!

  • Österreichs Optikermeister warnen: Fertiglesebrillen nur kurzfristig nutzen
  • 90% der Fehlsichtigen sehen auf beiden Augen unterschiedlich schlecht
  • Stiftung Warentest machte Probe aufs Exempel

Zu einem vorsichtigen Umgang mit Fertigbrillen raten Österreichs Optikermeister. „Fertigbrillen sind billige Lesehilfen von der Stange, die bestenfalls in einer Notlage als Zwischenlösung verwendet werden sollten. Sie sind aber unter gar keinen Umständen ein Ersatz für individuell angepasste Brillen. Wer regelmäßig eine Fertigbrille trägt, riskiert Beschwerden wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Gleichgewichtsstörungen und Augenentzündungen“, warnt Bundesinnungsmeister Komm.-Rat Gerhard Gschweidl. Die Gründe dafür liegen auf der Hand, denn: Bei Fertigbrillen sind beide Gläser mit derselben Dioptriestärke ausgestattet, während rund 90% der Fehlsichtigen aber eine unterschiedlich starke Sehschwäche auf beiden Augen haben. Auch eine Verkrümmung der Hornhaut lässt sich nur durch speziell abgestimmte Gläser korrigieren. Und: „Die Pupillen müssen möglichst genau durch den optischen Mittelpunkt der Brillengläser blicken. Das kann wirklich nur ein Fachmann prüfen“, so Gschweidl.

Vorsicht bei Fertigbrillen

Auch Dr. Manfred Haydn, Obmann der niederösterreichischen Augenfachärzte, hat die Erfahrung gemacht, dass sich viele Menschen über eventuelle gesundheitliche Auswirkungen durch das Tragen einer Fertigbrille nicht im Klaren sind. „Die Augen sind ein äußerst sensibles Organ, man sollte sich nicht selbst einen Sehbehelf verpassen“, so Haydn.

Die deutsche Stiftung Warentest machte die Probe aufs Exempel und schickte zehn Tester los, um sich eine Fertigbrille zu kaufen. Diese wählten – ohne Beratung – Brillen von der Stange, mit denen sie halbwegs sehen konnten. Anschließend prüften Experten, ob die Brille tatsächlich zur Testperson passt. Ergebnis: Nur zwei von zehn Testern hatten, wohl eher zufällig, einigermaßen akzeptable Brillen gefunden. Gschweidl: „Bei den unzähligen anatomischen Unterschieden ist eine gesundheitlich unbedenkliche Fertigbrille so unwahrscheinlich wie ein Lottotreffer.“

Eine Information von der Bundesinnung der Gesundheitsberufe, Branchenzweig Augenoptik.

Alle Aussendungen der Bundesinnung – Übersicht


   VIP-LINKS