Verpflichtende Seh-Screenings für Jäger

In letzter Zeit häufen sich die Jagd-Unfälle. Nach dem letzten Vorfall im Bezirk Hollabrunn in NÖ ist der Zustand des in den Kopf getroffenen Treibers immer noch kritisch. Für die Bundesinnung der Augenoptiker/Optometristen zeigt das eindeutig, dass es höchste Zeit ist für eine Änderung bei den Voraussetzungen für den Erwerb einer Jagdkarte. Sie fordert verpflichtende Seh-Screenings vor der Jagdprüfung. Je nach Alter sollen außerdem alle Besitzer einer Jagdkarte alle zwei bis vier Jahre eine Augen-Kontrolle absolvieren müssen. 

Optiker empfehlen Sehtests für Jäger

Die Bundesinnung der Augenoptiker/Optometristen fordert eine Gesetzesänderung

„Der Gesetzgeber darf vor der Vielzahl an Jagd-Unfällen nicht die Augen verschließen“, appelliert Peter Gumpelmayer, Bundesinnungsmeister der Augen- und Kontaktlinsenoptiker. Denn die Gründe für diese Unfälle sind nur zu oft vermeidbar. Fehlende körperliche Eignung steht dabei ganz oben. „Es hat sich gezeigt, dass man hier nicht auf die Selbsteinschätzung und das Verantwortungsbewusstsein der Jäger vertrauen kann“, erklärt Gumpelmayer. Die Österreichischen Augenoptiker/Optometristen fordern deshalb eine Änderung bei den neun Landesjagdgesetzen: Jagdanwärter sollen nur nach verpflichtenden Seh-Screenings zur Jagdprüfung antreten dürfen.

Regelmäßiger Seh-Check notwendig

Doch auch danach ist eine regelmäßige Überprüfung der Augen notwendig, denn mit fortschreitendem Alter lässt die Sehkraft bei jedem schleichend nach. Schon mit einer Fehlsichtigkeit von 0,5 Dioptrien sieht man alles ab zwei Metern Entfernung nur noch unscharf. Deshalb sind regelmäßige Augen-Kontrollen ein Muss im Sinne der allgemeinen Sicherheit. Die Bundesinnung fordert deshalb eine verpflichtende, regelmäßige Überprüfung des Sehvermögens, deren Nachweis bei der Verlängerung der Jagdkarte alle vier Jahre und ab dem 50. Lebensjahr alle zwei Jahre vorzulegen ist. Eine Forderung, der sich vor kurzem übrigens auch der Österreichische Tierschutzverein angeschlossen hat. „Nur so kann ein wirksamer Schritt gesetzt werden, um die tragischen Jagd-Unfälle zu verringern“, ist Peter Gumpelmayer überzeugt.

Weitere tragische Beispiele

Beispiele für die Notwendigkeit einer Gesetzesänderung gibt es viele. Gerade in letzter Zeit haben sich die Unfälle wieder gehäuft. Der aktuellste Fall: Einem Treiber wurde bei einer Treibjagd im Bezirk Hollabrunn in den Kopf geschossen. Der Zustand des 54jährigen ist immer noch kritisch. Davor wurde im Burgenland bei einer Treibjagd ein Jäger angeschossen und in Oberösterreich zerschlug ein Projektil das Fenster eines Kinderzimmers und Schrotkugeln trafen ein Auto.

Eine Information von der Bundesinnung der Gesundheitsberufe, Branchenzweig Augenoptik.
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