15.11.2002
NIEDERÖSTERREICHISCHE WIRTSCHAFT
DIE WOCHENZEITUNG DER NIEDERÖSTERREICHISCHEN
UNTERNEHMER
Gesund und fit
Augentraining bei Bildschirmarbeit
Wer viel vor dem PC sitzt und unangenehme Folgen für die Augen
vermeiden will, sollte regelmäßig ein spezielles Augentraining
anwenden, so die Empfehlung der niederösterreichischen Optikermeister.
Bildschirmarbeit bedeutet Schwerstarbeit für die Augen, da die
Augenmuskulatur auf Grund der unveränderten Entfernung zum Bildschirm
ständig angespannt ist. Durch den starren Blick auf einen Punkt
verkrampft sich die Augenmuskulatur. "Wer keine Entspannung mit
einfachen Übungen macht, muss mit Beschwerden rechnen. Die Augen
flimmern, sind rot und leiden oft unter extremer Trockenheit",
warnt Komm.-Rat Gerhard Gschweidl, Landesinnungsmeister der Augen- und
Kontaktlinsenoptiker in Niederösterreich. Wesentliche Erleichterung
bietet außerdem das Tragen einer individuell angepassten Bildschirmbrille,
die scharfes Sehen auf eine Distanz von mindestens 50 cm ermöglicht.
Denn so groß sollte der Abstand zum Bildschirm sein. "Werden
die Kosten für diese Brille nicht von der zuständigen Krankenversicherung
übernommen, dann ist der Arbeitgeber verpflichtet, dem Arbeitnehmer
eine Bildschirmbrille in einfacher und zweckmäßiger Ausführung
zu bezahlen", so Gschweidl.
Das empfohlene Augentraining ist so einfach, dass es sich problemlos
in den Arbeitsalltag integrieren lässt. Das Um und Auf für
die Augenmuskulatur ist Bewegung, sonst wird sie träge und schlaff
wie jeder andere Muskel. Regelmäßige "Blicksprünge"
weg vom PC in die Umgebung sind ein ideales Training.
Dabei werden die Augen bewusst so weit wie möglich in die Ferne
gerichtet, damit sie sich vollkommen entspannen können. Auch die
Lider brauchen Bewegung. Häufigerer Lidschlag verteilt den Tränenfilm
und sorgt dafür, dass die Augen nicht austrocknen. Wer zu konzentriert
auf den Bildschirm starrt, vergisst mitunter minutenlang aufs Blinzeln.
Als besonders erholsame Entspannungsübung gilt das so genannte
Palmieren. Die geschlossenen Augen werden mit den Handflächen bedeckt,
so dass kein Licht eindringen kann. Die Handballen liegen dabei auf
den Backenknochen. Bei der Konzentration auf den schwärzesten Punkt
kommen die Augen zur Ruhe.
"Das Augentraining kann eine anatomisch bedingte Fehlsichtigkeit
nicht ausgleichen und keine Brille ersetzen. Aber die Gesamtwahrnehmung
kann deutlich verbessert werden", so Gschweidl.
Um die Anforderungen an die neue Bildschirmbrille genau zu bestimmen,
empfehlen Niederösterreichs Optikermeister beim nächsten Augencheck
ein Bildschirmdatenblatt ausgefüllt mitzubringen, das unter www.optiker.at/bildschirm
aus dem Internet geladen werden kann.
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