Vorsicht bei Fertigbrillen

  • Fertigbrillen nur kurzzeitig verwenden
  • 90% der Fehlsichtigen sehen auf beiden Augen unterschiedlich schlecht
  • Regelmäßige Verwendung kann Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Gleichgewichtsstörungen hervorrufen
  • Stiftung Warentest machte Probe aufs Exempel

Laut einer aktuellen Studie des Marktforschungsinstituts Spectra benötigen 87 Prozent der österreichischen Brillenträger (rd. 3,7 Mio.) auch beim Lesen eine Brille. Davon verwenden 85 Prozent eine individuell angefertigte Brille und 15 Prozent eine Fertigbrille. „Wer Fertigbrillen benutzt, weiß nicht, was optimales Sehen bedeutet. Fertigbrillen locken heute durch modische Brillenfassungen in trendigen Formen und Farben, das verleitet zu einem schnellen Kauf. Aber die Augen sind ein äußerst sensibles Organ, deshalb sollte man sich nicht selbst einen Sehbehelf verpassen“, so Peter Gumpelmayer, Bundesinnungsmeister der Augen- und Kontaktlinsenoptiker.

Fertigbrillen

Vor allem warnt Gumpelmayer davor, Fertigbrillen ständig zu verwenden, da mit Beschwerden wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Gleichgewichtsstörungen und Augenentzündungen zu rechnen ist. Denn bei dieser Art von Brillen sind beide Gläser mit derselben Dioptrienstärke ausgestattet, während aber rund 90 Prozent der Fehlsichtigen auf beiden Augen eine unterschiedlich ausgeprägte Fehlsichtigkeit haben. „Auch eine Verkrümmung der Hornhaut lässt sich nur durch speziell abgestimmte Gläser korrigieren. Wichtig ist, dass die Pupillen möglichst genau durch den optischen Mittelpunkt der Brillengläser blicken, allerdings ist der Augenabstand bei jedem Menschen anders“, so Bundesinnungsmeister Gumpelmayer, der an das Gesundheitsbewusstsein der Fehlsichtigen appelliert.

Probe aufs Exempel

Die deutsche Stiftung Warentest machte die Probe aufs Exempel und schickte zehn Tester los, um sich eine Fertigbrille zu kaufen. Diese wählten – ohne Beratung – Brillen von der Stange, mit denen sie glaubten, halbwegs gut zu sehen. Anschließend prüften Experten, ob die Brille tatsächlich den Anforderungen der Testperson entsprach. Das Ergebnis: Nur zwei von zehn Testern hatten, wohl eher zufällig, einigermaßen akzeptable Brillen gefunden. „Bei den unzähligen anatomischen Unterschieden der Augen ist es so unwahrscheinlich wie ein Lottosechser, eine gesundheitlich unbedenkliche Fertigbrille herauszupicken“, weiß Gumpelmayer.

Lesebrillen korrigieren Alterssichtigkeit (Presbyopie)

Ab etwa einem Alter von 40 Jahren beginnt die Linse an Elastizität zu verlieren, die Augen können die feinen Details eines Schriftbildes nicht mehr genau auflösen und die Schrift erscheint unscharf. Das Lesen wird damit anstrengend. Alterssichtige müssen Schriftstücke weiter weg halten, um sie lesen zu können. Dann ist es höchste Zeit für eine Lesebrille. „Weitsichtige sind von der Alterssichtigkeit eher betroffen, als Kurzsichtige, die manchmal sogar im Alter keine Lesebrille brauchen“, weiß Gumpelmayer und rät: „Beim Kauf einer Lesebrille sollte immer ein Augenoptiker aufgesucht werden, der die Augen exakt vermisst und die passende Brille anfertigt. Denn, gutes und entspanntes Sehen ist schließlich auch ein Stück Lebensqualität, auf die man im zunehmenden Alter nicht verzichten muss.“

Eine Information von der Bundesinnung der Gesundheitsberufe, Branchenzweig Augenoptik.

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