Nun doch Brille?

Beate M.:*
Meine Kinder sind regelmäßig in augenärztlicher Behandlung. Meine Tochter, 3 Jahre alt, trägt seit einem Jahr eine Brille (aktuelle Verordnung: R Sphär. +1,25, Cyl. -0,25, Achse 152 / L Sphär. +1,50, Cyl. -0,25, Achse 5). Da sich die Werte bereits gebessert haben, soll sie eventuell später auf eine Brille verzichten können.
Mein Sohn, demnächst 6 Jahre alt, war bisher unauffällig, nun ist er von der letzten Kontrolle (mit Tropfen) mit einer Brillenverordnung heimgekehrt. Nach Aussagen meines Mannes, der mit den Kindern zur Untersuchung war, machte die Augenärztin alles andere als einen sicheren Eindruck und sprach von "sicherheitshalber eine Brille verschreiben". Eine Aufklärung erfolgte nicht, außer, dass er auf einem Auge wohl etwas schlechter sieht. Nun sind wir reichlich verunsichert und wollen ihn nicht unbedingt "übertherapieren" lassen. Die Werte R Sphär. +2,00, Cyl. -0,50, Achse 170 / L Sphär. +1,50, Cyl. -0,25, Achse 155. Was halten Sie davon?


OPTIKER ONLINE:
Sehr geehrte Frau M.!*

Ich würde Ihnen raten, die Werte nochmals von einem Optometristen oder Optikermeister auf Ihre Verträglichkeit prüfen zu lassen, und falls dies der Fall ist zur Anschaffung einer Brille raten.

Die Werte sind zwar nicht so hoch, dass Ihr Sohn nicht scharf sehen kann, jedoch muss er dazu ständig eine Naheinstellung der Augen schon für die Ferne machen. Bei 1.50 Dpt. muss sein Auge also immer so viel Arbeit leisten als würde ein Normalsichtiger auf ca. 70 cm Abstand blicken.

Da aber die Akkommodation des Augenpaares mit einem Einwärtsschwenken der Augen auf den entsprechenden Abstand fix gekoppelt ist, muss er dieses Einwärtsschwenken wiederum durch eine unbewusste Gegenkorrektur in der Augenmuskulatur ausgleichen um nicht doppelt zu sehen.

Das hört sich komplex und anstrengend an und ist es auch.

Daher wäre es meiner Ansicht nach sinnvoll eine solche Korrektur zu tragen. Das entspannt sein Sehen mit Sicherheit.

Achten Sie bei der Beschaffung einer Brille auf einen robusten und eventuell flexiblen Rahmen, möglichst leicht und mit reflexfreien Kunststoffgläsern!

Oliver Svadlenak
Dieser Leserbrief wurde von Optometrist, Optikermeister und Hörakustikmeister
Oliver Svadlenak beantwortet.

*Nachname des Leserbriefschreibers der Redaktion bekannt


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