Robert G.:*
Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich habe von einem Augen-Ambulatorium Angaben für eine Brille bekommen.
Diese sind wie folgt.
Ferne:
R +0,25sph -0,75 / 140° (bei diesem Wert 140° schaut es so aus als ob der "4"er durchgestrichen wäre - sprich 10° bedeuten könnte, was auch vom Optiker so ausgefüllt wurde, trotz TABO-Achsenbezeichnung (siehe unten), wenn dies die gleichen Angaben betreffen???)
L +0,25sph -2,25 / 100°
darüber befindet sich auch noch eine TABO-Achsenbezeichnung, wobei rechts die 140° und links die 100° angezeichnet wurde.
Beim Auftragsschreiben vom Optiker steht
R +0,25 -0,75 / 10°
L +0,25 -2,25 / 100°
Auf dem Brillenpass, welcher mir beim Abholen der Brille übergeben wurde steht nun:
R F -0,50 +0,75 100°
L F -2,00 +2,25 10°
Was ist dabei nun schief gegangen, oder ist alles OK????
Wenn ich die Brille längere Zeit aufhabe, zieht es mir den "Boden von den Füssen" - besser erklärt.
Ich halte ein A4-Blatt gerade vor mir, dann ist dieses Blatt nicht an allen 4 Ecken rechtwinkelig sondern die Form ist konisch, sprich die rechte obere und untere Ecke sind viel näher bei mir.
Ist das normal???
Ev. hilft Ihnen bei der Beantwortung meiner Fragen noch die Information dass ich "Kerataconus" habe.
Danke für die rasche Beantwortung bei meiner Frage(n), damit ich den Optiker aufsuchen kann und optimal argumetieren kann.
Mit freundlichen Grüßen
Robert G.
OPTIKER ONLINE: Als erstes möchte ich einmal auf Ihre Werte eingehen:
Sehr geehrter Herr Dipl. Ing. G.!*
Ihre Brillenwerte sind wie folgt aufgebaut:
Rechtes Auge:
+0,25 gibt die Stärke ihrer Fehlsichtigkeit an
-0,75 gibt die Stärke ihres Astigmatismus (Hornhautverkrümmung)an
140 ist die Achsenlagen (Positionierungen) ihres Astigmatismus
Linkes Auge:
+0,25 gibt die Stärke ihrer Fehlsichtigkeit an
-2,25 gibt die Stärke ihres Astigmatismus (Hornhautverkrümmung)an
100 ist die Achsenlagen (Positionierungen) ihres Astigmatismus
Bei den meisten Rezepten ist ein TABO – Schema aufgezeichnet, um eventuelle Unklarheiten (durch schlecht lesbare Achsenlagen) zu beseitigen.
Wenn bei Ihrem Rezept die Achsenlage am rechen Auge mit 140° und am linken Auge mit 100° im TABO – Schema eingetragen ist, dann würde ich meinen, diese Achsenlage wurde vom Ambulatorium so bestimmt und auch gewünscht.
Nun zu der unterschiedlichen Schreibweise von Rezept und Brillenpass:
Bei der Verordnung wurde Ihr Astigmatismus mit einem - Vorzeichen angegeben. In ihrem Fall weist das Rechte Glas in einem Hauptschnitt +0,25 dpt. auf. Im zweiten Hauptschnitt sind es -0,50 dpt. (einfache mathematische Addition von +0,25 + -0,75)
Die Achse dieses sog. "Minus-Zylinders" liegt bei 140°.
Würde man vom zweiten Hauptschnitt ausgehen, der ja bei -0,50 dpt. liegt müsste man, um auf den zweiten Wert des Auges zu kommen mathematisch ein positives Vorzeichen verwenden (-0,5 + +0,75 = +0,25). Die Zylinder-Achse ist dann genau 90° gedreht, also 50°.
Damit sieht Ihre Stärke in der bei vielen Optikern gebräuchlichen "Plus-Zylinder" schreibweise wie folgt aus:
Rechts -0,50 +0,75 50°
L F -2,00 +2,25 10°
Ich würde also die Achsenlage am Rechten Auge noch einmal überprüfen lassen, da sich doch eine recht große Differenz ergibt.
Im Falle eines Keratokonus:
Zuerst würde ich, neben der ärztlichen Betreuung, Ihre derzeitigen Augenwerte von einem Optometristen oder Kontaktlinsenoptiker überprüfen lassen.
Brillen können einen so genannten "irregulären Astigmatismus", der zumeist bei einem Keratokonus präsent ist, selten optimal ausgleichen.
Um eine genauere Aussage tätigen zu können sollten Sie persönlich Kontakt mit einem Optometristen oder Optikermeister aufnehmen und eine Beratung vor Ort in Anspruch
nehmen.

Dieter Medvey beantwortet.
*Nachname des Leserbriefschreibers der Redaktion bekannt