Daniela H.:*
Herzlichen Dank für Ihre schnelle Beantwortung meiner Frage. Ihr Hinweis auf "quadranten spefizische" Linsen war sehr hilfreich und ich habe dies mit meinem Optometristen hier in England besprochen.
Ich bin mir bewusst, dass Sie ohne mich als Patientin gesehen zu haben keine individuellen Aussagen machen können. Da ich hier aber immer noch mit der Sprachbarriere kämpfe und auf absehbare Zeit nicht für eine ausreichenden Zeitraum nach Hause zurück kehren kann, fühle ich mich noch etwas unsicher und würde Sie gerne ein weiteres Mal um Ihren Rat bitten.
Ich habe die Messungen die mein Optometrist hier vorgenommen hat beigefügt, ebenso seine Empfehlung für spezialangefertigte weiche Kontaktlinsen. Er meint die Entscheidung ob ich es mit harten Linsen versuchen möchte läge bei mir, er sei bereit beide für mich anzupassen, seine Empfehlung geht aber eindeutig zu weichen Linsen.
Seine Bedenken gehen in die Richtung, dass die Anpassung der harten Linsen sehr komplex wäre (das Problem läge dabei angeblich in den herstellenden Laboren), und was mich sehr überrascht hat, er die weiche Linse als "technologisch überlegen" sieht. Er meinte die neuen spezialangefertigen weichen Linsen hätten mit ihren Vorgängern, mit denen ich vor 3-4 Jahren unzufrieden war (kurze Tragezeiten, sehr schnelle Proteinablagerungen) wenig zu tun. Er warnte mich ferner vor möglichem "3-9 o clock staining" bei harten Linsen.
Meine eigenen Argumente für den Versuch mit harten Linsen sind folgende
Ich erhoffe eine bessere, beständigere, Sehschärfe
Und längere Tragezeiten als mit weichen Linsen
Bessere Gesundheit meiner Augen auf lange Sicht
Meine Überlegung ist, dass ich wohl mein Leben lang Kontaktlinsen tragen werde und mir jetzt ein Jahr Zeit nehmen möchte um harte Linsen zu versuchen (Ich bin mir bewußt, dass harte Linsen in den ersten 4 Wochen recht unangenehm im Auge sein können). Sollten sie nicht die erhofften Verbesserungen bringen würde ich nach einem Jahr wieder zurück zu spezialangefertigen weichen gehen.
Meine Frage:
Kennen Sie Patienten, die mit dieser Art von harter Linse eine Verbesserung erreicht haben?
Ist die spezialangefertigte "Super"Linse (Soflex TD 60), die der englisch Optometrist empfiehlt, der harten Linse in einigen Fällen überlegen?
Unter Berücksichtigung meiner Daten, sind "bitorische" harte Linsen zumindest einen Versuch auf "eigenes Risiko" wert, oder ist das Mühe und Geld, das ich mir lieber sparen sollte?
Ich bin im Moment so verunsichert, dass ich für jeden Hinweis und jede Information sehr dankbar wäre.
Mit freundlichen Grüßen
Daniela Hänle
OPTIKER ONLINE: Grundsätzlich ist natürlich - wie sie anmerken - eine Anpassung harter Kontaktlinsen komplexer als die weicher Typen. Auch eigens angefertigte weiche Linsen können jedoch nicht die grundsätzliche Material-Eigenschaft, nämlich eine geringere Durchlässigkeit für Sauerstoff und einen deutlich größeren bedeckten Bereich am Auge ändern.
Sehr geehrte Frau H.!*
Daher lautet meine Empfehlung nach wie vor zuerst einen Versuch mit formstabilen Linsen zu machen. Die Möglichkeit eines 3-9-Uhr staining besteht tatsächlich bei manchen (dickeren) harten Linsen, was jedoch durch gute Anpassung und Wahl einer Linse mit optimierter Randdicke meist zu managen ist.
Ich kenne natürlich nicht die Labore mit denen der englische Kollege zusammenarbeitet, bin aber sicher, dass auch in UK sehr gute Linsen hergestellt werden.
Wäre ich Ihr Anpasser, würde ich jedenfalls den ersten Versuch mit harten Linsen machen - sollte das nicht klappen kann man immer noch die bestmöglichen weichen Linsen verwenden. In solchen Fällen wird - jedenfalls hier - auch nicht der gesamte Betrag für beide Linsen fällig (solange ein Umstieg in vernünftigen Zeitrahmen - ca. 2-3 Monate erfolgt).
Ich hoffe bei Ihrer Entscheidungsfindung behilflich zu sein und sende beste Grüße aus Wien.
Oliver Svadlenak beantwortet.
*Nachname des Leserbriefschreibers der Redaktion bekannt