Thomas L.:*
Ich habe gehört das es nun neuerdings auch Gleitsichtlinsen gibt.
Ich verstehe das Prinzip einer Gleitsichtbrille, dass das Brillenglas verlaufend von oben nach unten verschiedene Dioptriestärken besitzt, so ist der obere Teil des Brillenglases für die Fernsicht gedacht und der untere Teil für die Nähe.
Kurz gesagt, es kommt darauf an durch welchen Punkt des Brillenglases man durchsieht.
Eine Linse liegt mehr oder weniger starr auf der Hornhaut und bewegt sich mit dem Auge mit, somit blicke ich aber immer durch den geichen Punkt der Linse also anders als bei einer Brille.
Ein Bekannter meinte vielleicht hat es etwas mit der Akkomodation zu tun (wenn ich einen nahen Gegenstand betrachte sind die Pupillen weit und somit blicke ich durch ein größeres Feld der Linse mit vielleicht einer anderen Stärke, doch dann dürfte ich bei Dämmerung, wenn die Pupillen sowieso weit sind in der Ferne nichts mehr sehn.
Vielleicht können sie mir das erklären, ich warte gespannt auf ihre Antwort.
MfG
OPTIKER ONLINE: Es stimmt, dass mittlerweile eine Vielzahl von Kontaktlinsen für Ferne und auch Nähe verfügbar sind.
Sehr geehrter Herr L.!*
Dies ermöglicht in vielen Fällen auch Menschen, die eine Nah-Korrektur benötigen, scharfes Sehen nur mit Kontaktlinsen.
Technisch gesehen unterscheidet man zwischen sog. "alternierenden Systemen" und "Simultan-Systemen".
Bei alternierenden Systemen besitzt die Kontaktlinse ein eingebautes Nah-Segment, das bei Blickrichtung nach unten (zum Lesen) vor die Pupille gleitet und somit - ähnlich einer Bifokalbrille - scharfe Nahsicht ermöglicht.
Simultan-Systeme sind konzentrisch aufgebaut und haben verschiedene Dioptrien im Zentrum und in den Randbereichen der Kontaktlinse. Im Zentrum befindet sich - je nach Konstruktionsprinzip - entweder die Nahzone (häuiger) oder die Fernzone. Das Scharfstellen erfolgt quasi "im Gerhirn", da gleichzeitig ("simultan") z.B. beim Blick in die Nähe ein scharfes Bild (durch die Nahzone) und ein weniger scharfes Bild (durch die Fernzone) gesehen wird. Das Gehirn wählt das schärfere Bild aus und unterdrückt das weniger scharfe Schattenbild.
Multifokal-Kontaktlinsen sind eine fantastische Entwicklung, da sie eine unsichtbare Korrektur der Alterssichtigkeit ermöglichen und vielfach die Verwendung einer Lesebrille unnötig machen. Die Anpassung sollte von einem erfahrenen Optometristen oder Kontaktlinsenoptikermeister durchgeführt werden und erfordert fundierte Kenntnisse und häufig auch Ausdauer, da nicht jedes System für jeden Menschen geeignet ist.
Eine ausgezeichnete Übersicht (mit schematischen Abbildungen) über die aktuell verfügbaren Systeme finden Sie übrigens im Online-Fachmagazin der Österreichischen Fachoptiker "optikum" - hier der link: http://www.optikum.at/modules.php?name=News&file=article&sid=230
Ich hoffe Ihnen mit meinen Informationen geholfen zu haben.
Oliver Svadlenak beantwortet.
*Nachname des Leserbriefschreibers der Redaktion bekannt