Monique H.:*
ich bin 52 jahre alt und kann seit einiger zeit nicht mehr lesen weil ich es nicht mehr sehen kann.
auch am pc kann ich nichts mehr erkennen. habe mir dann eine lesebrille aus dem supermarkt geholt mit der ich erstmal klarkomme.
werde nächsten monat zum augenarzt gehen, weil ich dann erst geld für eine brille habe.
habe aber eine frage.
kann es sein, daß ich wegen der fehlenden brille und des schlechten sehens so einen schwindel empfinde und auch so unsicher auf den beinen bin (gleichgewichtsstörungen) ???
ansonsten fehlt mir nämlich nichts. mir ist den ganzen tag "taumelig" im kopf und auf den beinen.
es wäre lieb wenn sie mir antworten würden.
liebe grüße
OPTIKER ONLINE: Die Fertiglesehilfen sind aus mehreren Gründen keine gute Lösung.
Sehr geehrte Frau H.!*
1) Der Abstand der optischen Mittelpunkte der vorkonfektionierten Lesehilfen-Linsen sind nicht auf Ihren Augenabstand zentriert. Dies bedeutet, dass im Regelfall eine prismatische Wirkung entsteht. Aufgrund dieser ungewollten prismatischen Wirkung müssen Ihre Augen eine kompensatorische Stellung einnehmen. Dies führt zu Ermüdungen und Augenproblemen.
2) Die Linsen sind rechts und links in der gleichen Dioptrienstärke. In Über 90 Prozent der Fälle werden unterschiedliche Dioptrienstärken benötigt. Verwendet man dennoch gleiche Dioptrienwerte - wie bei den Fertiglesebrillen - so sind die Augen auf unterschiedliche Entfernungen korigiert - z.B. rechts 35cm und links 45cm.
3) Weit mehr als die Hälfte aller Brillenträger benötigen die Korrektur eines Astigmatismus. Ohne dieser Korrektur sieht man verschwommen. Fertiglesebrillen können diese Fehlsichtigkeit aufgrund der ernorm hohen Kombinationsmöglichkeiten nicht korrigieren.
4) Die Linsen der Fertiglesehilfen sind im Regelfall billig produziert. Zumeist nicht einmal geschliffen sondern nur gepresst.
5) Die Linsen der Fertiglesehilfen sind in der Regel nicht entspiegelt. Dies ist bei der Computerarbeit unabingbar notwendig.
6) Fertiglesehilfen haben nur Einstärkenlinsen. bei der Computerarbeit werden in Ihrem Lebensalter Bildschirmgläser mit Dioptrienwerte für die Mitteldistanz (Bildschirm) und Nähe (Lesegut) benötigt.
Falsch oder schlecht zentrierte Brillen können unter anderem auch Schwindel und Übelkeit auslösen. Ich rate Ihnen an, Ihre Augen von einem Fachoptiker vermessen zu lassen und in Folge eine korrekt eingestellte und justierte Bildschirmbrille anfertigen zu lassen. Die Kosten dafür hat im Regelfall Ihr Arbeitgeber zu tragen. Alternativ dazu oder bei selbständiger Tätigkeit, können Sie die Bildschirmbrille auch als Werbungskosten in Ihrer Steuererklärung geltend machen.
*Nachname des Leserbriefschreibers der Redaktion bekannt