Agnes H.:*
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe mir kürzlich meine Augen beim Optiker ausmessen lassen und bin der Empfehlung auf Gleitsichtgläser sofort gefolgt. Nun komme ich mit der Brille überhaupt nicht zurecht - die Augen brennen nach kurzer Tragezeit, ich bekomme einen starken Druck auf die Augen und ich habe permanent das Gefühl, dass ich Fremdkörper im Auge hab (was aber nicht der Fall ist)
In die Ferne kann ich nun damit gut sehen, allerdings kann ich an meinem Arbeitsplatz am PC keine Scharfstellung erreichen. Ich sehe zwar farblich stärker, aber kann nur mit größter Mühe die Buchstaben KURZ "Scharfstellen"
Eine Beratung, bzw. Anfrage auf Bildschirmarbeitsplatz gab es nicht - hab erst im Nachhinein erfahren, dass diese Information hätte erfragt werden müssen.
Die Werte auf der Rechnung sind wie folgt dargestellt:
Späre cyl Achse Addition Prisma Basis PD
R -1,75 -0,75 13° 1,00 30,0
L -1,75 +0,00 1,00 30,0
Auf dem Brillenpass sind die Werte anders dargestellt:
sph cyl A Add Pr B
R -2,5 +0,75 103 +1,00
L -1,75 +0,00 0 +1,00
Ich habe mir nun die Augen bei einem anderen Optiker neu vermessen lassen, und der stellte ähnliche Werte fest, allerdings mit der Hornhautverkrümmung auf der anderen Seite.
R -1,75
L -1,75 -0,25 40°
Weiterhin riet er mir, zum Augenarzt zu gehen, da ich trotz der Brille keine 100% Sehkraft erreiche. Ich kann einfach keine 8/9/6 auf die Ferne unterscheiden. Dies werde ich auch tun, aber der Optiker, welcher die Brille angefertigt hat ist der Meinung keinen Fehler gemacht zu haben. Ich weiß an dieser Stelle nicht weiter. Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Antwort
OPTIKER ONLINE: Ich werde Ihre Fragen der Reihe nach beantworten.
Sehr geehrte Frau H.!*
Gleitsichtbrillen sind - bei Verwendung hochwertiger Gläser in der korrekten Dioptrienstärke - ideal für wechselnde Entfernungen. Hauptaugenmerk liegt dabei auf die Ferne und auf die Lesedistanz. Der Übergangskanal, also die Mitteldistanz ist bei Gleitsichtbrillen jener Bereich, der die engste nutzbare scharf sichtbare Breite aufweist. Dies bedeutet, dass für eine Bildschirmarbeit, die über ein paar Minuten eMail checken hinaus geht eine Bildschirmbrille empfehlenswert ist. Diese kann - wenn es sich um einen Arbeitsbehelf handelt - auch als Werbungskosten von der Steuer abgeschrieben werden.
Die Werte auf Ihrer Rechnung und dem Brillenpass sind ident. Lediglich die Notation ist einmal in Minuszylinder und einmal in Pluszylinder. Also -1,75 -0,75 = -2,50 +0,75. Bei der Äderung der Notation wird die Achse um 90° gedreht. Also von 13° auf 103°.
Allerdings ist der deutliche Unterschied zwischen den Vermessungen betreffend Ihres rechten Auges auffällig. Sollte wirklich -1,75 ohne astigmatische Komponente korrekt sein (2. Messung), so kann dies zu Einbußen bei der Verträglichkeit der Brille beitragen. Wesentlich wird also sein bei einem Augenoptiker oder Optometristen im Zuge einer Vermessung feststellen zu lassen welche der beiden Korrekturen die korrekte Korrektur darstellt. Ein Ausschluss von krankhaften Veränderungen am Auge durch einen Facharzt ist sicher auch sinnvoll.
Zudem raten wir Ihnen die Verwendung hochwertiger Gleitsichtgläser, da bei diesen breitere Sehkanäle zu besseren Verträglichkeiten führen.
*Nachname des Leserbriefschreibers der Redaktion bekannt