Müssen Kurzsichtige die Brille beim Lesen abnehmen?

Janette B.:*
Sehr geehrte Damen und Herren,

seit einigen Wochen gibt es zwischen mir und einer Bekannten eine kleine Meinungsverschiedenheit um das Lesen mit oder ohne Brille.

Wir sind beide kurzsichtig. Meine Bekannte hat eine relativ schwache Brillenstärke (Ich schätze mal so 1,5 Dioptrin). Mein Brillenstärke ist ca. 4,0 und 4,5. Mir ist aufgefallen, dass sie immer beim Lesen und Schreiben die Brille absetzen muss, da sie sonst nichts erkennen könnte. Ich bin aber schon seit dem 12. Lebensjahr Brillenträgerin. Seit dieser Zeit musste ich noch nie die Brille beim Lesen oder Schreiben absetzen, da ich die Schrift damit gut erkennen kann. Auch andere Bekannte von mir haben das bestätigt. Jetzt haben aber wiederum Freunde meiner Bekannte bestätigt, dass auch sie die Brille beim Lesen absetzen müssten.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir antworten könnten, ob es Unterschiede bei kurzsichtigen Brillenträgern gibt. Wie soll das dann bei Kontaktlinsen funktionieren?

Jannette Besser


OPTIKER ONLINE:
Sehr geehrte Frau B.!*

Kurzsichtige Menschen müssen, bei optimal korrigierter Fernbrille, die Brille nicht zum Lesen abnehmen. Eine Ausnahme bildet die Gruppe der Brillenträger ab dem 40sten Lebensjahr. Um dieses Alter setzt die Altersichtigkeit ein und mit dem Abnehmen der Brille kann eine temporale Verbesserung in der Nähe erfolgen. Dies sollte jedoch auch nicht zum Dauerzustand werden, da selten beide Augen gleich stark kurzsichtig sind und damit die Einstellebenen unterschiedlich sind. Abhilfe schafft in diesem Fall eine optimal ausgemessene Lesebrille. Mit Kontaktlinsen erfahren kurzsichtige Personen aus optisch-physikalischen Gründen eine Verbesserung in der Nähe gegenüber der Brillenkorrektur.

*Nachname des Leserbriefschreibers der Redaktion bekannt


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