Gutes Sehen beim Tauchen

TaucherinDie Welt unter Wasser übt eine starke Faszination aus. Die Wasseroberfläche war bis ins 19. Jahrhundert eine schier unüberwindliche Grenze. Erkundigungen beschränkten sich auf die Wasseroberfläche. Die ersten Taucher verließen die sauerstoffreiche Wasseroberfläche aus überwiegend wirtschaftlichen und später militärischen Gründen. Perlen, Korallen und Fische waren gesuchte Güter. Verlorene Schätzen bildeten Anziehungspunkte in den Tiefen der Meere. Es gab unterschiedlichste Erfindungen, die dem Menschen mehr oder meistens weniger lange erlaubten, unter Wasser zu verweilen.

Im 19. Jahrhundert benötigten militärische Kampfeinheiten für effiziente Unterwasser-Operationen eine verbesserte Ausrüstung. Die Entwicklung der Taucherausrüstung wurde beschleunigt. Helmtaucher prägten das damalige Bild. Der mit eigener Atemluft ausgestattete autonome Taucher wurde erst im 20. Jahrhundert entwickelt. Einige Pioniere wie Yes Le Prieur, Jaques Costeau und Hans Haas experimentierten bereits vor dem zweiten Weltkrieg mit Preßlufttauchgeräten. 1935 wird in Frankreich der erste Tauchsportclub gegründet.

Objekte erscheinen unter Wasser mit Tauchmaske um ein Drittel größer

FischManche Taucher berichteten, dass sie ohne Korrektion Ihrer Fehlsichtigkeit beim Tauchgang besser als sonst sehen würden. Dieser Effekt entsteht wahrscheinlich durch die um ein Drittel vergrößert wahrgenommenen Objekte unter Wasser. Tatsächlich ist ein Sehschärfenanstieg jedoch nicht vorhanden. Durch die Brechzahldifferenz von Luft zu Wasser (1 zu 1,33) erscheinen die Objekte unter Wasser um etwa ein Drittel angenähert und damit vergrößert.

Die Korrektur einer Fehlsichtigkeit ist auch unter Wasser notwendig

Allerdings werden bei unkorrigierten Fehlsichtigkeiten leider auch die Unschärfen mit vergrößert. Trübungen und Schwebeteilchen im Wasser tragen dazu noch erschwerend bei. Rechtsichtige oder optisch auskorrigierte Taucher erleiden bei Wassertrübungen „nur“ einen Kontrastverlust – profitieren aber von der scharfen Abbildung. Die Schwebeteilchen werden durch das von oben einfallende Licht je nach geographischer Lage und Tageszeit unterschiedlich beleuchtet. Durch Lichtreflexion und Lichtbeugung entstehen weitere visuelle Effekte an jedem dieser Teilchen. Dies ist auch der Grund für die unterschiedliche Sicht je nach Tageszeit und Planktongehalt. Unkorrigierte Fehlsichtigkeiten verstärken diese Effekte nochmals und erschweren ein gutes Sehen unter Wasser. Die Sehschärfe entscheidet letztendlich, ob trotz mangelnden Kontrast die Umgebung noch gut wahrgenommen wird.

Tauchen und gutes Sehen: TintenfischUnvergessliche Eindrücke – Tauchen macht nur bei gutem Sehen Spaß

Die Welt unter Wasser ist unbeschreiblich schön. Viele Fische beeindrucken durch eine hervorragende Tarnung. Sie passen sich optimal an ihre Umgebung an und sind oft selbst von geübten korrigierten Tauchern schwer zu finden. Unkorrigiert wird man jedoch achtlos vorbeischwimmen.

Tauchen ohne optimale Sehleistung ist gefährlich

Unkorrigierte Fehlsichtigkeiten gefährden einen sowohl selbst als auch den Tauchpartner! Das Sehen von Details an der Ausrüstung des Tauchpartner und der besuchten Tauchplätze entscheiden manchmal zwischen einem positiven und negativen Taucherlebnis. Plötzlich einsetzende Strömungen müssen frühzeitig erkannt werden. Diese Strömungen können unter anderem an Wasserwirbel, an der Riffbeschaffenheit, an der Stellung von Gewächsen und an der Bewegung der Schwebestoffe erkannt werden. Zudem steuern unter Wasser unsere Augen auch vermehrt das Gleichgewichtssystem. Im Falle einer ungenügenden Korrektur ist somit auch der Gleichgewichtssinn mit beeinträchtigt.

Nur Augenoptikermeister können die optimale Korrektur ermitteln und in die Tauchmaske einarbeiten

Die im Handel erhältlichen Fertig-Tauchmasken mit optischer Korrektur sind nicht optimal angepasst, da zumeist für jedes Auge ein unterschiedlicher Korrektionswert maßgeblich ist und beim Einarbeiten in die Tauchmaske auch auf die optische Zentrierung acht gegeben werden muss. Falsch zentrierte Gläser induzieren eine prismatische Wirkung. Bereits geringe prismatische Wirkungen können Doppelbilder und Beschwerden verursachen.

Kontaktlinsen beim Tauchgang

Kontaktlinsen sind eine perfekte Alternative und oftmals die bessere Lösung im Vergleich zu optischen Tauchmasken. Die Art der Kontaktlinsen muß mit einem Kontaktlinsenoptiker bestimmt werden. Formstabile Kontaktlinsen sind für Tauch-Anfänger nur bedingt geeignet, da sie bei einer Flutung der Tauchmaske relativ leicht vom Augen abgehoben werden können. Zudem können auftretende Bläschen unter der Linse, Komplikationen wie schlechte Sicht auslösen.
Bei weichen Kontaktlinsen ist die Auflagefläche größer – die Haftbarkeit am Auge höher als bei formstabilen Linsen. Das weiche Kontaktlinsenmaterial ist unter Umständen durch Einlagerungen gefährdet. Sowohl torische, als auch bifokale Kontaktlinsen, lassen sich mit Hilfe eines Kontaktlinsenoptikers auch unter Wasser verwirklichen.

Eine zusätzliche Alternative stellt der Gebrauch von Eintageslinsen dar. Bei einer Flutung der Taucherbrille, sollten die Lider nur ganz gering geöffnet werden. Die Gefahr des Verlierens ist mit diesem Trick sehr minimiert. Durch die Kontaktlinsen ergeben sich auch Vorteile, wie ein vergrößertes Gesichtsfeld oberhalb des Wassers – beim Abnehmen der Maske. Gerade bei schwierigen Einstiegen (Klippen, Geröll, Strömungen, …) ist ein eingeschränktes Gesichtsfeld unangenehm.

Tipp:
Eine Tauchmaske mit Dioptrienkorrektur von der Stange birgt nicht kalkulierbare Risken. Lassen Sie sich Kontaktlinsen oder eine perfekt zentrierte Tauchmaske von einem Augenoptiker oder Optometristen anpassen.

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