Farbkontaktlinsen

Braune FarbkontaktlinseSie sind ein Mode-Hype: farbverstärkende oder farbverändernde Kontaktlinsen. Eine veränderte, intensivere Augenfarbe ist längst nicht nur mehr SchauspielerInnen und Models vorbehalten. Die internationalen Kontaktlinsen-Hersteller haben auf den neuen Trend reagiert und stellen mittlerweile eine breite Palette an unterschiedlichen Farben, Geometrien und Materialien für die Anpassung durch den Spezialisten zur Verfügung.

Fast ein Viertel der Erwachsenen erwägen farbige Kontaktlinsen einmal auszuprobieren. Das Interesse in der Altersgruppe zwischen 16 und 24 Jahren ist am größten. Interessant ist, dass ganze 74 Prozent der Träger von Farbkontaktlinsen eigentlich gar keine Sehkorrektur benötigen, sondern nur aus Freude an Veränderung des eigenen Look Ihre Augenfarbe ändern wollen.

Mit neuartigen Kontaktlinsen kann man sich somit den Wunsch nach fast jeder erdenklichen Irisfarbe erfüllen. So können sogar braune Augen blau erscheinen. Die Hersteller der Kontaktlinsen haben längst erkannt, dass Kontaktlinsen mit einem „Farbklecks“ nicht ausreichen. Die neuen Generationen sind deutlich aufwendiger. Mehrfärbige, irisähnliche Muster sorgen für einen natürlichen Look.

Auch Farbkontaktlinsen ohne Stärke müssen exakt an das Auge angepasst werden

Beim Tragen all dieser „Strahle-Kontaktlinsen“ sind allerdings auch einige Dinge zu beachten. Da jedes Sehorgan eine andere Form aufweist, müssen die Kontaktlinsen von einem Spezialisten für das eigene Auge angepasst werden. Bei der Anpassung werden vom Kontaktlinsenoptiker alle erforderlichen Augenparameter vermessen und aufgrund der Daten eine passende Kontaktlinse ausgewählt. Die individuell angepassten Kontaktlinsen dürfen aus hygienischen und physiologischen Gründen keinesfalls Freunden „zum Probieren“ gegeben werden.

Die farbverändernden Kontaktlinsen bestehen in der Regel aus einer klaren, zentralen Durchblickszone umgeben von der undurchsichtigen Farbzone. Der Durchmesser der Durchblickszone variiert zwischen 5,0-5,4mm je nach Hersteller. Im Dunkeln kann die Pupille einen deutlich größeren Durchmesser annehmen. In diesem Fall wirkt die farbverändernde Kontaktlinse wie eine Blende. Bei der Anpassung dieses Kontaktlinsentyps werden vom Kontaktlinsenspezialisten Überlegungen betreffend Auswirkungen des peripheren, undurchsichtigen Bereichs auf das Gesichtsfeld berücksichtigt werden. Ausschlaggebend ist die Größe des Pupillenbereichs, die Pupillengröße des Kontaktlinsenträgers im abgedunkelten Raum, Beweglichkeit und Zentrierung der Kontaktlinse. Es liegt an der Erfahrung des Kontaktlinsenoptikers eine farbverändernde Kontaktlinse so anzupassen bzw. auszuwählen, dass selbst bei weiter Pupille nahezu keine Einschränkungen des Gesichtsfeldes zu befürchten sind. Sie dürfen eben „nicht ankleben“, aber sich beim Lidschlag auch nicht zuviel bewegen.

So legt ein Autofahrer bei einer Geschwindigkeit von 130km/h pro Sekunde 36 Meter zurück. Ein vollständiger Lidschlag dauert etwa eine Drittel Sekunde. Zentriert eine Farbkontaktlinse nach dem Lidschlag zu langsam – etwa erst nach fünf Sekunden – so ist der Autofahrer 192 Meter „im Blindflug“ unterwegs.

Der Konsument kann außerdem eine schlecht sitzende Kontaktlinse oft gar nicht selbst qualifizieren. Vor allem zu fest sitzende Linsen können anfangs sogar als angenehm erscheinen. Auch Kontaktlinsen ohne Sehkorrektur müssen demnach fachgerecht angepasst werden und entsprechend auf Linsensitz, Sehschärfe und Verträglichkeit vom Kontaktlinsenspezialisten kontrolliert werden.

Studie bestätigt: Motiv- und Farbkontaktlinsen ohne Anpassung gefährlich

Eine Studie berichtet über sechs Fälle von jugendlichen Kontaktlinsenträgern [1]. Durch die Verwendung der unpassenden Kontaktlinsen entstanden Probleme wie bakterielle Infektionen, Hornhautverletzungen und allergische Reaktionen. Ein Vierzehnjähriger musste sich aufgrund einer ernsten Hornhautinfektion, ausgelöst durch das Tragen einer nicht angepassten Kontaktlinse, gar einer Hornhauttransplantation unterziehen. „Viele Leute denken irrtümlich, dass kosmetische Kontaktlinsen gerade so unkompliziert wie Sonnenbrillen sind“, erzählt Dr. Thomas L. Steinemann, Augenarzt in der MetroHealth Medical Center Eye Clinic in Cleveland und Professor der Augenheilkunde. „Dies ist ein gefährliches Missverständnis. Das Problem ist, dass Verkäufer ohne Ausbildung keine Anweisungen betreffend der Gebrauchsdauer, der Risken und der Desinfektion der Kontaktlinsen geben können. In Folge reinigen die Konsumenten die Kontaktlinsen nicht ordnungsgemäß oder schlafen mit ihnen. Es gibt sogar Fälle bei denen die Kontaktlinsen mit Freunden getauscht wurden. Die größte Gefahr ist allerdings wenn die Kontaktlinse nicht an die Hornhautgeometrie angepasst wurde. Das müssen Sie sich so vorstellen als ob man einen Fuss der Größe 42 versucht in einen Schuh der Größe 36 zu zwängen“, so Dr. Steinemann.

Achtung bei der Pflege farbiger Kontaktlinsen

Kontaktlinsenträger müssen vollständig über Pflege und Handhabung eingewiesen werden. Insbesondere Farblinsen werden manchmal nicht regelmäßig getragen. Informationen über Langzeitaufbewahrung sind dann besonders wichtig. Überhaupt muss der richtigen Pflege von farbigen Kontaktlinsen besondere Beachtung geschenkt werden. Nicht jedes Reinigungsmittel ist für diese Kontaktlinsenart gleich gut geeignet.

Reinigungsmittel auf Peroxidbasis sollten wegen der bleichenden Wirkung im Normalfall nicht zur Pflege von weichen farbigen Kontaktlinsen verwendet werden, da die Farben im Laufe der Zeit sonst verblassen können – außer es wird vom Hersteller ausdrücklich empfohlen. Zur Pflege dieser Kontaktlinsen sind besonders gut spezielle All-in-One-Lösungen geeignet.

Quellen: [1] American Acedemy of Ophthalmology, Press release October 27, 2003


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