Infos zur Kinderbrille

Jedes dritte Schulkind sieht schlecht

Gutes Sehen in der SchuleRund 30 Prozent* der österreichischen SchülerInnen leiden unter einer Fehlsichtigkeit. Ein zusätzlicher Teil der Kinder leidet an einem suboptimalen Zusammenspiel beider Augen. Jede Art von Sehbeeinträchtigung, die nicht erkannt und korrigiert wird, gefährdet die Sicherheit des Kindes, insbesondere auf dem Schulweg. Fehlsichtige sind zehnmal öfter in Unfälle verwickelt als Sehtüchtige. Darüber hinaus verringert sich mit der Sehkraft auch das schulische Leistungsvermögen. Die österreichischen Augenoptiker oder Optometristen vermessen die Augen von Kindern und bieten zudem eine breite Palette an schicken Brillenmodellen.

Jeder fünfte Österreicher wird bereits vor seinem 10. Lebensjahr mit Kurzsichtigkeit konfrontiert, jedes dritte Kind leidet unter Astigmatismus (Hornhautverkrümmung). Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und nachlassende Schulleistungen können indirekte Signale für eine Sehbeeinträchtigung sein.

Die Entwicklung des Sehvermögens

Das Auge entsteht bereits bevor der Embryo nur 6mm Größe aufweist. Das „Sehen-lernen“ beginnt von Geburt an. Bereits zwischen der 2. und 8. Woche spricht das Baby auf bewegte Objekte an. Die Sehschärfe ist bei der Geburt noch gering und nimmt in den ersten Lebensjahren ständig zu um schließlich die „volle Sehschärfe“ zu erlangen.

Das beidäugige Sehen ist ein komplizierter Prozeß. Nur bei scharfen Netzhautbildern kann sich das Sehen optimal entwickeln. Auch wenn mit den Augen Ihres Kindes alles in Ordnung erscheint, ist eine Fehlsichtigkeit nicht auszuschließen. Das Risiko, daß Eltern nichts davon merken, und auch bei allgemeinen Untersuchungen nicht auffällt, ist sehr groß. Kinder sollten deshalb spätestens mit 2 Jahren optometrisch vermessen werden. Dies ist wichtig, da sonst das Sehen nachhaltig beeinträchtigt sein kann.

Die Art der Brilenverordnung

Zumeist dient die Kinderbrille zum Ausgleich einer Fehlsichtigkeit. Dies ist der Fall, wenn die Länge des Auges nicht ganz exakt im Verhältnis zur Brechkraft (Fähigkeit, Lichtstrahlen zu Bündeln) des Auges steht. Desweiteren ist bei manchen Kindern die Fähigkeit der Augen sich auf die Nähe zoomen (Akkommodation) nicht optimal mit dem Einwärtslenken der Augen (Konvergenz) verknüpft.

Übersichtigkeit (Hyperopie)

Das Auge ist im Verhältnis zur Brechkraft zu kurz gebaut. Die Bilder entstehen erst hinter der Netzhaut – es kommt kein scharfes Bild zustande. Die Korrektion erfolgt mit einer Pluslinse.

Kurzsichtigkeit (Myopie)

Das Auge ist im Verhältnis zur Brechkraft zu lange gebaut. Bilder weiter entfernter Objekte entstehen schon vor der Netzhaut – unscharfe Abbildung ist die Folge. Die Korrektion erfolgt mittels einer Minuslinse.

Stabsichtigkeit (Astigmatismus)

Ein Auge ist astigmatisch, wenn es für unterschiedliche Meridiane (Hauptschnitte) eines Auges ungleiche Brennweiten aufweist. Anstatt eines Bildpunktes entstehen zwei Brennlinien. Die korrigierenden Brillengläser sind zylindrisch geschliffen. Häufig ist ein Astigmatismus mit Kurz- oder Übersichtigkeit kombiniert.

Bestimmung der Brillenwerte

Um bei Kindern den exakten Wert der Fehlsichtigkeit zu ermitteln, wendet der Augenoptiker oder Optometrist spezielle Messtechniken an. Liegen Probleme im beidäugigen Sehen und/oder beim Einwärtslenken der Augen bei der Naharbeit vor, so werden aufwändigere Messungen notwendig. Vielleicht werden auch mehrere Sitzungen sinnvoll sein, um das Kind nicht zu überfordern.

Kinderbrille

Auswahl der richtigen Brille

Kinderfassungen müssen beim Spielen und Toben einiges aushalten. Ganz besonders wichtig ist ein bequemer und korrekter Sitz, damit die Brille nicht störend wirkt. Spezialbügel, weiche Nasenstege, Kunststoffüberzüge und Kunststoffgläser verbessern das Sitzverhalten der Brille und minimieren das Verletzungsrisiko Ihres Kindes. Bei Allergien muß, bei der Materialwahl der Fassung, acht gegeben werden. Für Kinder sollten nur spezielle Kunststoffgläser verwendet werden, da sie über eine größere Bruchfestigkeit gegenüber Silikatgläser verfügen. Eine zusätzliche Superentspiegelung der Brillengläser ist absolut notwendig. Sie vermindert störende Reflexe und erhöht die Lichtdurchlässigkeit. Das Sehen wird dadurch angenehmer, weil sich auf der Rückfläche der Gläser nicht so sehr die Umgebung spiegelt.

Mentale Einstellung der Eltern zur Brille

Kinder sind zumeist nicht negativ gegenüber Brillen voreingenommen. Viele Kinder empfinden ihre Brille als Zeichen des Erwachsenwerdens und ahmen Ihre Eltern nach, falls sie auch Brillenträger sind. Deshalb ist die positive Einstellung der Eltern extrem wichtig um dem Nachwuchs das Brillentragen nicht zu vergällen. Eine gute Kinderbrille überlebt so manche Belastung. Sollte sie einmal dennoch kaputt gehen, sollten Sie Ihrem Kind keine Vorwürfe machen. Es könnte sonst eine Abneigung gegen das Brillentragen im Allgemeinen entwickeln.

Die Qualität einer Kinderbrille entscheidet unter anderem über Sehkomfort und bequemen Sitz. Man sollte die Beratung, Anfertigung und Anpassung der Kinderbrille nur einem Augenoptiker oder Optometristen überlassen.

*Quelle: Statistisches Zentralamt, Mikrozensus (letzte Erhebung Juni 1995)


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