Autofahren in der Nacht

Das Auge unterschätzt Geschwindigkeiten in der Dämmerung

Sehen und Autofahren in der NachtLaut einer Studie der Universitätsklinik Tübingen* unterschätzt das Auge Geschwindigkeiten in der Dämmerung und in der Nacht. Die Autoren untersuchten dabei die Rezeptoren im menschlichen Auge und kamen dabei zum Ergebnis, daß die Bewegung eines Objektes um 30 Prozent geringer empfunden wird als sie tatsächlich beträgt.

In der menschlichen Netzhaut sind etwa 110 Millionen Stäbchen eingebettet. Sie sind vornehmlich für das Sehen bei Dämmerung und in der Nacht zuständig. Für das Scharf- und Farbensehen sind dagegen die ebenfalls in der Netzhaut liegenden sechs Millionen Zapfen zuständig.

Ständiger Wechsel zwischen den Sehrezeptoren

„Die unterschiedliche Arbeitsweise der Rezeptoren kann besonders im nächtlichen Straßenverkehr zum Problem werden“, meinen die Forscher. „Autofahrer müssen bei Nacht ständig zwischen Zapfen- und Stäbchensehen wechseln. Die Zapfenrezeptoren erfassen den Bereich des Scheinwerferkegels, die Stäbchen Bereiche im Dunkel. Durch die besondere Verarbeitung im Auges sei die fehlerhafte Schätzung von Geschwindigkeiten praktisch vorprogrammiert“, warnen die Forscher. „Autofahrer müssten diesen besonderen Effekt berücksichtigen. Dies gelte auch für Berufe, die bei wechselnden Helligkeiten bewegte Objekte erkennen müssen.“

Gutes Sehen ist in der Dämmerung und im Dunkeln beim Autofahren besonders wichtig

Optiker Online! empfiehlt daher einen jährlichen Augencheck bei einem Augenoptiker oder Optometristen, da unkorrigierte Fehlsichtigkeiten dieses Phänomen noch verstärken können.

*Quelle: Universitaetsklinikum Tübingen, in „Nature“ vom 8.4.1999


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