Gesundheitsbeschwerden durch Fertigbrillen

Pro Jahr werden in Österreich rund 400.000 Fertigbrillen verkauft. Als kurzfristige Sehhilfe in Notfällen ist gegen die Brille „von der Stange“ grundsätzlich nichts einzuwenden. Die heimischen Optikermeister warnen allerdings nachdrücklich vor dem langfristigen Tragen einer Fertigbrille. Denn der eigentliche Sehfehler wird mit diesem Hilfsmittel nicht korrigiert, sondern nur überdeckt und kann sich verschlimmern, wenn er nicht behandelt wird. „Wer regelmäßig eine Fertigbrille trägt, riskiert Beschwerden und nachhaltige Schäden“, so Walter Braun, Bundesinnungsmeister der österreichischen Augen- und Kontaktlinsenoptiker. Auch eine Lesebrille ist eine Korrektur, die nur von ausgebildeten Spezialisten (Augenarzt, Optikermeister) verordnet beziehungsweise angepasst werden darf. Wer dennoch eine Fertigbrille kaufen will, sollte sich unbedingt im Fachgeschäft entsprechend beraten lassen.

Fertigbrillen

Österreichs Optikermeister empfehlen im Zusammenhang mit Fertigbrillen: Die Tragezeit sollte so kurz wie möglich sein, da der optische Mittelpunkt bei einer Fertigbrille meist nicht dem individuellen Augenabstand entspricht. Übelkeit, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Gleichgewichtsstörungen und Sehprobleme können die Folge sein. Ohne entsprechende fachliche Beratung wählen außerdem 95% der Konsumenten eine zu hohe Brillenstärke, da Laien fälschlicher Weise auf die vergrößernde Wirkung und den Lupeneffekt achten. Etwa 90% aller Fehlsichtigen leiden unter Astigmatismus (Verkrümmung der Hornhaut oder Augenlinse), der von einer Fertigbrille nicht ausgeglichen werden kann. Ebenfalls rund 90% der Fehlsichtigen sehen nicht auf beiden Augen gleich schlecht (Anisometropie) und können daher mit einer Fertigbrille nicht optimal versorgt werden. „Ein objektiv „scharfes“ Sehen kann mit der Fertigbrille nie erreicht werden, da keine individuelle Sehfehlerbestimmung und Anpassung erfolgt“, so Braun zusammenfassend.

Eine Information von der Bundesinnung der Gesundheitsberufe, Branchenzweig Augenoptik.

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