Augenärzte und Optikermeister warnen vor Fertigbrillen

  • 720.000 optische Korrektionsmöglichkeiten pro Auge
  • Fehlsichtigkeit auf beiden Augen unterschiedlich ausgeprägt
  • 90% aller Fehlsichtigen haben Hornhautverkrümmung

„Hände weg von Fertigbrillen“ so lautet ein Appell, den Österreichs Augenärzte gemeinsam mit den Optikermeistern an alle Fehlsichtigen richten. Die oft als „Schnäppchen“ in Lebensmittelgeschäften, Drogeriemärkten, Trafiken, etc. angebotenen Billigprodukte eignen sich keinesfalls zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit. „Eine Brille muss immer individuell angepasst werden, denn bei den meisten Menschen ist die Fehlsichtigkeit auf beiden Augen unterschiedlich ausgeprägt. Fertigbrillen verfügen aber nur über Gläser mit jeweils gleicher Korrektionswirkung“, so KR Walter Braun, Bundesinnungsmeister der Augen- und Kontaktlinsenoptiker.

„Zudem haben 90% aller Fehlsichtigen in Österreich eine Hornhautverkrümmung, die nur mit speziellen Brillengläsern korrigiert werden kann. Und Brillengläser müssen millimetergenau auf die individuelle Pupillendistanz zentriert werden“, warnt auch Medizinalrat Dr. Klaus Neumayr, stellvertretender Bundesfachgruppenobmann der österreichischen Augenärzte, und verweist angesichts von rund 720.000 verschiedenen optischen Korrektionsmöglichkeiten pro Auge auf die Unmöglichkeit, eine passende Fertigbrille zu finden.

Vor allem Menschen mit beginnender Alterssichtigkeit greifen beim Lesen oft zur Fertigbrille. Die vermeintliche Stärkung der Sehleistung bleibt aber bei mittel- bis langfristigem Gebrauch nicht ohne Folgen: Kopfschmerzen, Gleichgewichts-störungen, Müdigkeit oder schmerzende Augen sind das Resultat. Ohne entsprechende fachliche Beratung wählen außerdem 95% der Konsumenten eine zu hohe Brillenstärke, da Laien fälschlicherweise auf die vergrößernde Wirkung und den Lupeneffekt achten. Wer Sehprobleme hat, sollte sich also in jedem Fall an einen Fachmann wenden!

Eine Information von der Bundesinnung der Gesundheitsberufe, Branchenzweig Augenoptik.

Alle Aussendungen der Bundesinnung – Übersicht


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